Österreichs Banken müssen in die Zukunft und dürfen nicht mehr die Vergangenheit finanzieren. Dafür ist ein ganzheitlicher Ausstieg aus Investitionen in Kohle schon lange überfällig. Kohlestrom ist in der Erzeugung nicht nur teurer als Strom aus erneuerbaren Energien, sondern auch einer der größten Treiber der Überhitzung unserer Erde.

Wir fordern Österreichs Banken auf, sich dem positiven Vorstoß der UniCredit AG [1] - und somit auch ihrer Tocher BankAustria - anzuschließen und die firmeneigenen Bestimmungen im Bereich der Kohle-Finanzierungsrichtlinien (auch Kohle-Policies genannt) grundlegend zu reformieren. Und das Ganze muss bald geschehen & nicht erst in 6 Monaten, da unser globales Emissionsbudget in ~7 Jahren aufgebraucht ist.

Die Minimal-Kohle-Policy

Führende Expert*innen in dem Bereich sind sich einig, dass eine zeitgemäße Kohle-Policy drei zentrale Mindestkriterien enthält, um zu gewährleisten, dass umweltschädigende Kohleunternehmen nicht mehr finanziert werden:

Relatives Kriterium: Kein Unternehmen wird finanziert, das

  1. einen Unternehmensumsatz mit 20% mit Kohle hat

  2. einen Kohleanteil an der Energieerzeugung von 20% hat

Absolutes Kriterium: Kein Unternehmen wird finanziert, das

  1. 10 Millionen Tonnen oder mehr an thermischer Kohle produziert

  2. 5 Gigawatt oder mehr Kohlekapazität hat

Erweiterung/Expansion Kriterium: Kein Unternehmen wird finanziert, das

  1. neue Kohleminen plant/baut

  2. neue Kohlekraftwerke plant/baut

  3. neue Kohle-Infrastruktur bereitstellt

Zusätzlich wird eine Deadline verankert, bis zu der ein vollkommener Ausstieg aus der Finanzierung von Kohleunternehmen sichergestellt werden muss. Die Obergrenze dafür muss das Jahr 2030 bilden.

Weitreichende Wirkung

Diese Formulierung der Kohle Policy würde über 935 Firmen ausschließen, die in der Global Coal Exit Liste https://coalexit.org/ zusammengefasst sind. Sie sind die Hauptakteure der Kohlestromproduktion und betreiben die größten Drecksschleudern weltweit oder sind wichtige Infrastrukturunternehmen, welche die Kohleverstromung länger leben lässt.

Der NGO urgewald zufolge würde mit dieser Policy ausgeschlossen werden:

  • über 87% der Globalen Kohlestrom-Kapazität

  • über 89% der Globalen thermischen Kohle Produktion

Würden alle Banken eine solche Policy verabschieden, könnten Kohlefirmen kein Geld mehr für ihr Fortbestehen bekommen. Kohleunternehmen müssten sich auf ein neues Geschäftsfeld konzentrieren. Abgesehen davon, ist es absurd, dass es noch kein Gesetz gibt, welches die Finanzierung von Kohleunternehmen verbietet.

Alternativen?

Erdgas sicher nicht! Kürzlich zeigten Studien, dass Erdgas aus Lecks bei der Produktion und bei der Weiterleitung austritt. Erdgas besteht aus Methan, welches ein 80 mal schlimmeres Treibhausgas ist als CO2. Außerdem entsteht bei der Verbrennung in Kraftwerken oder beim Heizen CO2. Erdgas ist also genauso klimaschädlich wie Kohle. Die einzigen Alternativen sind erneuerbare Energien! [2,3]

Quellen: