Raiffeisen Bank International (RBI)

Kredite:

Von 2016, dem Jahr in dem der Nationalrat dem Pariser Klimaabkommen zustimmte, bis 2020 vergab die RBI an Krediten im Wert von 720 Millionen € an das Kohleunternehmen EPH, die drittgrößte Kohledrecksschleuder Europas [1].

Außerdem brachte die RBI Anleihen & Aktien in Höhe von 171 Millionen € für die Kohleunternehmen CEZ & ENEL an den Markt [1].

Seit dem Pariser Klimaabkommen finanzierte die Raiffeisen Bank int. drei der dreckigsten europäischen Kohlekonzerne mit rund 900 Millionen €.

Investitionen in Kohleunternehmen, die neue Kohlekraftwerke planen:

Dazu kommen noch die Investitionen in Höhe von 65 Millionen $ in Form von Anleihen und Aktien in Kohlefirmen, welche den Bau weiterer Kohlekraftwerke planen [2]. Darunter ist unter anderem PGE, ein polnischer Konzern, der am liebsten bis 2070 Kohle abbauen und verbrennen wĂĽrde [3].

Erste Bank:

Kredite:

Die Erste Bank vergab 783 Millionen € an Krediten im Zeitraum 2016-2020 an die drei Kohlefirmen CEZ, ENEL, EPH [1]!  

Außerdem half sie EPH & CEZ sich zu finanzieren, in dem sie deren Anleihen & Aktien im Wert von 283 Millionen € auf den Markt brachte [1].

Seit dem Pariser Klimaabkommen finanzierte die Erste Bank drei der dreckigsten europäischen Kohlekonzerne mit rund 1 Milliarde €.

Investitionen in Kohleunternehmen, die neue Kohlekraftwerke planen:

Zusätzlich investierte die Erste Bank zwischen 2017 und 2019 25.4 Millionen US$ in Anleihen und Aktien von Firmen, welche den Bau weiterer Kohlekraftwerke planen [2]. Darunter z.B. Adani, bekannt durch seine Kohlemine in Australien und Fortum, der als Mutterkonzern von UNIPER in Deutschland im Jahr 2020 ein neues Kohlekraftwerk ans Netz brachte.

BankAustria, UniCredit Tochter, beim Kohleausstieg kann es schnell gehen

Mit solchen Finanzierungen handeln Raiffeisen Bank und Erste Bank gegen das Pariser Klimaabkommen. Im September 2020 wurden sie in den Schatten gestellt von der Bank Austria (UniCredit Tochter), welche eine ambitionierte und zukunftsgewandte Kohleausschluss-Richtlinie verabschiedete. Alle Kohlekonzerne die bei ihr Kunde sind mĂĽssen bis 2028 aus der Kohle aussteigen, ansonsten bekommen sie kein Geld mehr von der Bank. Wir fordern RBI und Erste Bank auf, sich an ihrer Konkurrentin ein Beispiel zu nehmen anstatt weiterhin das Ende des Kohlezeitalters zu ignorieren.

Kohlemine Jänschwalde, Deutschland | Betreiber LEAG, EPH - Bild von Jörg Peter Rademacher, PIXABAY

Details zu den Kohle-Policies:

Bei der Finanzrecherche arbeiten wir mit der NGO urgewald zusammen. Eine der führenden NGOs, wenn es um die Finanzierung von fossilen Brennstoffen geht. urgewald ist Mitherausgeberin der Fool's Gold-Berichte und der Global Coal Exit Liste. urgewald hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Versicherungskonzerne wie Allianz und AXA sich größtenteils aus dem Kohlegeschäft zurückziehen, oder auch, dass der Norwegian Government Pension Fund einen Großteil seines Vermögens aus der Kohleindustrie abgezogen hat. Mehr dazu auch in den FAQs

Von uns kommentierte Kohle Policies

Bewertung der Ersten Group Policy

Bewertung der Raiffeisenbank International


Details zu 2 Kohlekonzernen

EPH

EPH verfolgt eine aggressive Kohle Expansionsstrategie. Der tschechische Konzern kauft auf, was fortschrittlichere Kohleunternehmen loswerden möchten, egal ob in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Irland oder wo anders. Damit hält er solche Unternehmen davon ab ihre Kraftwerke/minen/etc. stillzulegen - beim Verkauf springt nun einmal Geld raus. So stellt sich der zweitgrößte CO2 Emittent und Kohlekraftwerksbetreiber Europas offensiv gegen das 1,5° Ziel. [4]

CEZ

Der tschechische Konzern CEZ ist mit sieben anderen Firmen für 50% aller Kohleemissionen in Europa verantwortlich. Er möchte gern bis 2040 in der Kohle bleiben.


Quellen:

FOOL'S Gold Bericht:
Der Fool's Gold Bericht untersucht Kreditvergaben, Anleihenverkäufe und Aktien von nur 8 Kohlefirmen, die fĂĽr 50% des CO2 aus Kohlestrom in der EU verantwortlich sind. Im Bericht sind nur die Zahlen von 2018-2020 zu sehen, in der zu Grunde liegenden Recherche wurden sich jedoch die Zahlen von 2014-2020 angeschaut.

[1] Fool's Gold Bericht 2020
https://beyond-coal.eu/wp-content/uploads/2020/07/FoolsGold2020_final.pdf

[2] Investoren der Global Coal Exit Liste
Die Global Coal Exit Liste listet ĂĽber 700 Firmen auf, die die Hauptakteure der Stromgewinnung aus Kohle sind. 258 Firmen davon planen noch immer zu expandieren, und neue Kohlekraftwerke (>300 MW) zu bauen. In einer ersten Finanzanaylse wurden diese 258 Firmen untersucht. Eine Finanzanalyse zu wer die restlichen 500 Firmen finanziert ist fĂĽr 2021 geplant.

Raiffeisenbank Int.:
https://coalexit.org/investments-investor?name=Raiffeisen+Bank+International

Erste Bank:
https://coalexit.org/investments-investor?name=Erste+Bank

[3] PGE - 2070 https://umweltstiftung-greenpeace.de/projekte/ĂĽbersicht-themenfonds/fonds-fĂĽr-klimaschutz-und-umwelttechnologie/raus-aus-der-kohlekraft-polen/

[4] EPH: https://beyond-coal.eu/2020/03/09/eph-gambles-against-market-and-climate-with-acquisition-of-900-mw-schkopau-coal-power-plant/