Bundesweite Fridays For Future Proteste fordern Entlastung vor Hitze und langfristigen Schutz

Wien, 16.10. - Ohne Klimaschutz ist alles nichts! Unter diesem Motto gehen am Freitag tausende Menschen quer durch Österreich auf die Straße. Fridays For Future ruft in 7 Bundesländern zu Protesten auf. Grund ist die fehlende politische Antwort auf den Hitzesommer. Sie fordern wirksamen Klimaschutz mit Maßnahmen, die das Leben von Menschen sofort besser machen. Und stellen Bundeskanzler Stocker ein Ultimatum. Den Hitzetoten muss jetzt eine angemessene Handlung folgen. ‘Wir vergessen Ihnen diesen Sommer nicht. Klimaschutz ist Menschenschutz!’, so der Tenor.

Die Proteste bekommen breite Unterstützung aus Gesundheit, Gewerkschaft, Wirtschaft und Landwirtschaft. Denn dieser Sommer habe gezeigt, dass jeder einzelne Lebensbereich auf dem Kopf stehe, wenn die Klimakrise eintritt. Die Tragweite der Klimakrise sei nicht mehr zu leugnen! Es gehe bei Klimaschutzmaßnahmen um Schlaf, der in überhitzten wohnungen unmöglich wird, Krankenhäuser in denen man Menschen nicht mehr pflegen könne, Klassenzimmer, in denen lernen unmöglich wird, Baustellen auf denen Menschen kollabieren und Felder auf denen Ernten vertrocknen, so die Protestierenden. Es ginge nun darum, Menschenleben zu schützen. 

“Machen Sie Klimaschutz zur Chefsache und setzen Sie endlich wirkungsvollen Klimaschutz in der Regierung um! Das schulden Sie uns nach diesem Sommer.”, so Veronika Müller, Sprecherin Fridays For Future. 

Ultimatum an Bundeskanzler Stocker

Nach jeder anderen Katastrophe ähnlichen Ausmaßes würden sofort Notfall-Maßnahmen folgen. Doch während der 40 Grad Tage diesen Sommer hat die Bundesregierung geschwiegen. “1000 Hitzetote, sind 1000 zu viel. Bundeskanzler Stocker, übernehmen Sie Verantwortung, benennen Sie die Opfer und garantieren Sie zukünftigen Schutz für Menschen.”, fordert Emma Reynolds, Sprecherin von FFF, ein. 

Im Zentrum steht die Forderung nach konkreten Maßnahmen, die das Leben von Menschen in Österreich in den nächsten Jahren besser machen wird:

1. Klimaneutralität bis 2040 verbindlich im Klimagesetz verankern und Klimafahrplan rasch- nicht erst bis Ende 2027 ambitioniert gestalten — mit Sanktionsmechanismen bei Verfehlung: für unsere wirtschaftliche Stabilität und Planbarkeit!
2. Stopp aller fossilen Großprojekte wie Lobautunnel, Ausbau der A9 in Graz und A26 in Linz: für unsere lebenswerte Zukunft!
3. Kleinbetriebe stärken, finanzielle Hilfen für Dürrehärtefälle anstatt dem Gießkannenprinzip und starke Verankerung von Klimaschutz in der Agrarpolitik: für unsere Landwirtschaft! (1)
4. Wärmedämmung für alle Wohnungen, sowie Kühlung in Krankenhaus und Pflege: für unsere Gesundheit!
5. Jalousien, Begrünung und aktive Kühlung: für unsere Schulen und Hörsäle!
6. Bezahltes Hitzefrei ab 30 Grad Celsius drinnen: für unsere Beschäftigten! (2)

Die Proteste finden am Freitag in Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Klagenfurt und Wien statt. Details zu den Protesten unter: https://fridaysforfuture.at/events/grossstreik


(1) https://www.viacampesina.at/duerrepaket-nicht-treffsicher/
(2) https://www.arbeiterkammer.at/arbeitsrechtklimafit