Laute Stimme der Zivilgesellschaft für den Windkraft-Ausbau in Niederösterreich

Link zur PK: https://www.youtube.com/watch?v=Nbzqnakj6f0&t=1152s

Link zu den Fotos:https://fffutu.re/Fotos_25-09-26_Windkraft_PK

Mit starker Unterstützung aus der Wissenschaft

25.09.2026, St. Pölten – Heute haben verschiedene Stimmen aus der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Wissenschafter:innen im Windpark Schildberg ein Zeichen für den Ausbau der Windkraft gesetzt. Sie wollen jene Mehrheit sichtbar machen, die erneuerbare Energien befürwortet und Windkraft auch in der eigenen Gemeinde unterstützt. Damit wollen sie dem öffentlichen Eindruck entgegentreten, wonach Windkraft in der Bevölkerung auf Ablehnung stoße und sich nicht mit Naturschutz vereinbaren lasse. Beides hält einer genaueren Betrachtung nicht stand.

Repräsentative Befragungen zeigen seit Jahren eine breite Zustimmung zu erneuerbaren Energien. Auch bei Windkraft gaben zwischen 2015 und 2025 60–74% der Bevölkerung an, sie würden einem Windrad in der eigenen Gemeinde zustimmen. Da der Diskurs medial vor allem von negativen Stimmen zur Windkraft geprägt wird, werden mit dieser Pressekonferenz Menschen vor den Vorhang geholt, die sich für Windkraftprojekte in ihrer Region einsetzen.

Niki Brunner aus Allentsteig: „Ich möchte hier diejenigen repräsentieren, die im medialen Diskurs oft zu kurz kommen: Menschen, die den Windkraft-Ausbau befürworten und auch einem Projekt in der eigenen Gemeinde zustimmen würden. Als junger Mensch aus dem Waldviertel sehe ich, wie unsere Heimat unter der Klimakrise leidet – von Borkenkäferbefall, Hagelereignissen, dem Hochwasser 2024 bis zur diesjährigen Hitzekatastrophe. Wer Wind nutzt, kann fossile Kraftwerke abschalten. Statt teures Öl und Gas aus der ganzen Welt zu kaufen, könnte Österreich seine Energie im eigenen Land erzeugen.”

Alexander Kesselring aus Traismauer ergänzt: „In Traismauer wird schon seit Jahren heftig über die Windkraft diskutiert. Um auch denjenigen in der Region eine Stimme zu geben, die das Windkraft-Projekt befürworten, habe ich gemeinsam mit anderen die unabhängige Bürgerinitiative ‘Traismauer im Aufwind’ gegründet. Bei uns führen kritische Stimmen immer wieder die vermeintliche Unvereinbarkeit zwischen Naturschutz und der Windkraft im Wald an. Kürzlich haben wir mit unserer Gruppe eine Exkursion zu einem bestehenden Projekt gemacht, um uns selbst ein Bild davon zu machen, wie ein Windpark im Wald funktionieren kann."

Naturschutz und Klimaschutz sind kein Widerspruch

„Natürlich ist nicht jeder Standort aus ökologischer Sicht für Windräder geeignet”, bemerkt Biodiversitätsforscher Franz Essl, der 2022 zum Wissenschafter des Jahres gewählt wurde. „Es braucht Ausschlusszonen, etwa rund um Naturschutzgebiete oder Brutgebiete gefährdeter Vogelarten. Diese strengen Kriterien führen zu den ausgewiesenen Windkraftzonen – diese Zonen sollten auch genutzt werden. Denn eines hat der Sommer heuer gezeigt: Wenn wir die Natur schützen möchten, müssen wir den Klimawandel eindämmen. Der Ausbau der Windkraft ist eine wichtige Maßnahme, um den dringend nötigen Ausstieg aus Öl und Gas zu beschleunigen,” so Essl.

Neue Faktenbroschüre klärt Windkraft-Mythen auf

Dass Windräder pauschal aufgrund von Naturschutz nicht in Wäldern errichtet werden sollen, ist eine von vielen Behauptungen, die einer fachlichen Überprüfung nicht standhalten. Um eine verlässliche Grundlage für eine faktenbasierte Diskussion zu schaffen, haben die Scientists for Future Österreich eine Faktenbroschüre zur Windkraft erstellt. „Viele der Bedenken rund um Windkraft sind wissenschaftlich bereits gut erforscht. Daher haben wir eine Broschüre für Bürger:innen, Gemeinden und Journalist:innen erstellt, um eine verlässliche und wissenschaftlich fundierte Grundlage zu geben – um Mythen von Fakten zu unterscheiden", erklärt der niederösterreichische Doktorand Max Nutz – Mitautor der neuen Broschüre. Windkraft ist ein essenzieller Teil des Energiemixes der Zukunft: Windräder erzeugen im Winter besonders viel Energie und ergänzen dadurch die Wasserkraft und Photovoltaik ideal. Nutz abschließend: „Für die Energiewende stellt sich also nicht die Frage, ob wir Photovoltaik oder Windkraft ausbauen oder Energie sparen. Die Energiewende ist die Kombination aus allen dreien.“

Stammtisch-Wochenende im Waldviertel geplant

Die heutige Pressekonferenz ist der Auftakt zu einer Reihe weiterer Veranstaltungen der Zivilgesellschaft für den Windkraft-Ausbau in Niederösterreich. So organisieren Fridays for Future gemeinsam mit Scientists for Future am Wochenende vom 2. bis 4. Oktober 2026 drei Energie-Stammtische im Waldviertel – in Horn, Zwettl und Bärnkopf. Mit dabei sind unter anderem die Wissenschafter:innen Johannes Schmidt von der Universität für Bodenkultur, Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien und Hanns Moshammer von der Medizinischen Universität Wien, um mit der Bevölkerung direkt ins Gespräch zu kommen und Mythen über Windkraft richtigzustellen.